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Der Bahnhof Bern der Zukunft

Damit er auch in Zukunft seine Funktionen erfüllt und als Drehscheibe dient, wird der Bahnhof Bern ausgebaut. Bern ist der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz. Im in- und ausländischen Bahnverkehr spielt er eine zentrale Rolle. Heute stösst er betrieblich und räumlich an seine Grenzen.


Eine virtuelle Tour durch den Bahnhof Bern der Zukunft. (Projektstand 2012)

Der Ausbau des Bahnhofs Bern erfolgt in zwei Schritten. Bis zum Jahr 2025 realisieren die SBB und der RBS zwei grosse Projekte:

  • Neuer RBS-Bahnhof: Der RBS erstellt unterhalb der bestehenden Gleise 2 – 7 des SBB-Bahnhofs einen neuen Tiefbahnhof mit vier Gleisen.
  • Neue Unterführung mit neuen Zugängen im SBB-Bahnhof: Die SBB baut zwischen der bisherigen Bahnhofsunterführung und der Welle eine zweite unterirdische Passage, die «Unterführung Mitte» mit Zugängen von der Länggasse und vom Bubenbergplatz her.

Die Stadt Bern will abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs bis 2025 den Verkehr im Bahnhofumfeld neu organisieren und gestalten. Damit sollen die stark wachsenden Passantenströme rasch und sicher vom und zum Bahnhof geführt und Verbesserungen für den Tram- und Busverkehr sowie den Fuss- und den Veloverkehr erzielt werden.

Im zweiten Ausbauschritt planen die SBB bis 2035, den SBB-Bahnhof seitlich zu erweitern. Vorgesehen sind vier zusätzliche Gleise unter der Grossen Schanze. Damit bauen die SBB bis zum Jahr 2035 das Angebot im Fern- und im Regionalverkehr aus.

Das kostet der erste Ausbauschritt

Die Kosten des ersten Ausbauschritts von Zukunft Bahnhof Bern (bis 2025) belaufen sich auf:

  • 614 Mio. Franken (± 10 %; Anteil Bund 450 Mio., Anteil Kanton Bern 164 Mio.) für den neuen RBS-Bahnhof
  • 360 Mio. Franken (± 10 %; Anteil Bund 121 Mio., Anteil Kanton Bern und Stadt Bern 239 Mio.) für den Ausbau der Publikumsanlagen SBB (als Agglomerationsprojekt mitfinanziert über den Infrastrukturfonds)
  • 93 Mio. Franken (± 50 %, Stand Mitte 2016) für Verkehrsmassnahmen im Stadtraum im Zusammenhang mit Zukunft Bahnhof Bern (inklusive ergänzender Personenunterführung und flankierender Massnahmen). Zur Mitfinanzierung im Agglomerationsprogramm der 3. Generation des Bundes angemeldet.

Der neue RBS-Bahnhof

Der bestehende RBS-Bahnhof Bern wurde 1965 eröffnet. Konzipiert für täglich rund 16 000 Fahrgäste, benutzen ihn heute bis zu 60 000 Passagiere pro Tag. Mit dem Bau des neuen RBS-Bahnhofs wird die Kapazität den heutigen Bedürfnissen und der prognostizierten Entwicklung angepasst.

Der neue viergleisige RBS-Bahnhof wird unterhalb der Gleise 2 bis 7 des SBB-Bahnhofs liegen. Der heutige RBS-Bahnhof wird für den Bahnbetrieb aufgegeben.

So sieht der neue RBS-Bahnhof Bern aus

Der neue viergleisige RBS-Bahnhof wird unterhalb des heutigen SBB-Bahnhofs gebaut. Er besteht aus zwei grossen unterirdischen Hallen mit je zwei Gleisen und einem 12 Meter breiten Mittelperron. Rolltreppen und Lifte führen von der Perronebene auf die RBS-Verteil-Ebene. Von dort gelangen die Fahrgäste zu den Gleisen des Fern- und S-Bahnverkehrs und in die Stadt. Die Züge fahren durch einen neuen, knapp einen Kilometer langen zweigleisigen Tunnel in den RBS-Bahnhof ein. Dieser neue Tunnel zweigt aus dem bestehenden RBS-Schanzentunnel ab und verläuft weitgehend unter Strassen- und Bahnareal.

Darum braucht es den neuen RBS-Bahnhof Bern

  • Der heutige RBS-Bahnhof ist überlastet. Mit dem Ausbau des Fahrplans 2014 hat er seine Kapazitätsgrenze erreicht. Der RBS kann seither weder den Fahrplan weiter verdichten noch mit längeren Zügen fahren.
  • Die Perrons im heutigen RBS-Bahnhof sind zu kurz und zu schmal. Die Fahrgäste kommen sich in die Quere; Gedränge und Wartezeiten in den Spitzenzeiten sind die Folge. Dies kann zu einem Sicherheitsrisiko werden.
  • Prognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage im öffentlichen Verkehr bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen wird.
  • Das Strassennetz im Norden und Osten von Bern ist überlastet und stösst an seine Grenzen. Der Neubau des RBS-Bahnhofs Bern trägt dazu bei, die Verkehrsprobleme im Grossraum Bern zu lösen: Nicht nur auf der Schiene, sondern letztlich auch auf der Strasse.

So wird der neue RBS-Bahnhof Bern gebaut

Der Baubeginn für den neuen RBS-Bahnhof Bern erfolgt im ersten Halbjahr 2017, die Inbetriebnahme im Jahr 2025. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Bauschritten finden Sie unter «Aktuell».

Mehr Platz für Pendlerinnen und Pendler

Die SBB erstellt bis zum Jahr 2025 eine zusätzliche Personenunterführung – die «Unterführung Mitte» – mit zwei neuen Zugängen zum Bahnhof: dem Zugang Bubenberg beim Bubenbergzentrum und dem Zugang Länggasse. Pendlerinnen und Pendler erhalten so mehr Platz und profitieren von kürzeren Wegen.

Neue Unterführung Mitte

Mit der neuen Unterführung Mitte erreichen Reisende, die vom Länggassquartier oder vom Hirschengraben her kommen, den SBB- und den RBS-Bahnhof rasch und ohne Umwege. Die neue Unterführung sorgt ebenfalls für kurze Wege im ganzen Bahnhof und entlastet so die bestehende Unterführung, die «Welle» und den Bahnhofplatz. Zudem bereichern zahlreiche neue Läden das Angebot im Bahnhof.

Zugang Bubenberg

Mit dem neuen Zugang beim heutigen Bubenbergzentrum wird der Bahnhof Bern über einen zweiten vollwertigen Hauptzugang verfügen

Der Bahnhof Bern wird attraktiver

Die SBB macht den Bahnhof Bern mit verschiedenen Massnahmen attraktiver:

  • Perronerhöhungen: Um den Zugreisenden das Ein- und Aussteigen zu erleichtern, erhöhen die SBB die Perrons, wo immer die Kurvenlage des Bahnhofs und die bestehenden Bauten es zulassen.
  • Mehr Licht: Dank der Öffnung der südlichen Perronhallenwand gegen das Burgerspital hin gelangt mehr Tageslicht in den Bahnhof und schafft so eine angenehmere Atmosphäre für alle Reisenden.

Mehr Platz für Fussgängerinnen und Fussgänger beim Bubenbergplatz

Zukünftig werden mit dem neuen Bahnhofzugang weit mehr Menschen den Bubenbergplatz queren als heute. Damit verändern sich die Anforderungen an den Verkehrsraum grundlegend. Die Stadt Bern plant daher ein umfassendes Massnahmenpaket.

Abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs sollen bis 2025 der Verkehr rund um den Bahnhof neu organisiert und dessen Lenkung mit flankierenden Massnahmen im weiteren Bahnhofumfeld angepasst werden. Insbesondere werden die Fussgängerwege, die Fahrspuren und die Fahrbeziehungen neu organisiert. Geprüft wird auch die Möglichkeit einer Fussgängerunterführung beim Bubenbergplatz.