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Der Bahnhof Bern der Zukunft

Damit er auch in Zukunft seine Funktionen erfüllt und als Drehscheibe dient, wird der Bahnhof Bern ausgebaut. Bern ist der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz. Im in- und ausländischen Bahnverkehr spielt er eine zentrale Rolle. Heute stösst er betrieblich und räumlich an seine Grenzen.


So machen wir den Bahnhof Bern fit für die Zukunft. (2020)

Im Rahmen von Zukunft Bahnhof Bern realisieren die SBB und der RBS zwei grosse Projekte:

  • Neuer RBS-Bahnhof: Der RBS erstellt unterhalb der bestehenden Gleise 2 – 7 des SBB-Bahnhofs einen neuen Tiefbahnhof mit vier Gleisen.
  • Neue Unterführung mit neuen Zugängen im SBB-Bahnhof: Die SBB baut zwischen der bisherigen Bahnhofsunterführung und der Welle eine zweite unterirdische Passage, die «Unterführung Mitte» mit Zugängen von der Länggasse und vom Bubenbergplatz her.

Die Stadt Bern will abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs bis 2025 den Verkehr im Bahnhofumfeld neu organisieren und gestalten. Damit sollen die stark wachsenden Passantenströme rasch und sicher vom und zum Bahnhof geführt und Verbesserungen für den Tram- und Busverkehr sowie den Fuss- und den Veloverkehr erzielt werden.

Das kostet Zukunft Bahnhof Bern

  • 614 Mio. Franken (± 10 %; Anteil Bund 450 Mio., Anteil Kanton Bern 164 Mio.) für den neuen RBS-Bahnhof
  • 360 Mio. Franken (± 10 %; Anteil Bund 121 Mio., Anteil Kanton Bern und Stadt Bern 239 Mio.) für den Ausbau der Publikumsanlagen SBB (als Agglomerationsprojekt mitfinanziert über den Infrastrukturfonds)
  • Beim heutigen Planungsstand werden die Kosten der Verkehrsmassnahmen der Stadt Bern auf maximal 93 Mio. Franken geschätzt. Für diese Massnahmen ist die Stadt Bern verantwortlich. Über das Agglomerationsprogramm der 3. Generation wurden die Massnahmen zur Mitfinanzierung durch den Bund angemeldet. Stimmt der Bund dem Antrag zu, wird der Kanton Bern ebenfalls Beiträge leisten.

Der neue RBS-Bahnhof

Der bestehende RBS-Bahnhof Bern wurde 1965 eröffnet. Konzipiert für täglich rund 16 000 Fahrgäste, benutzen ihn heute bis zu 60 000 Passagiere pro Tag. Mit dem Bau des neuen RBS-Bahnhofs wird die Kapazität den heutigen Bedürfnissen und der prognostizierten Entwicklung angepasst.

Der neue viergleisige RBS-Bahnhof wird unterhalb der Gleise 2 bis 7 des SBB-Bahnhofs liegen. Der heutige RBS-Bahnhof wird für den Bahnbetrieb aufgegeben.

So sieht der neue RBS-Bahnhof Bern aus

Der neue viergleisige RBS-Bahnhof wird unterhalb des heutigen SBB-Bahnhofs gebaut. Er besteht aus zwei grossen unterirdischen Hallen mit je zwei Gleisen und einem 12 Meter breiten Mittelperron. Rolltreppen und Lifte führen von der Perronebene auf die RBS-Verteil-Ebene. Von dort gelangen die Fahrgäste zu den Gleisen des Fern- und S-Bahnverkehrs und in die Stadt. Die Züge fahren durch einen neuen, knapp einen Kilometer langen zweigleisigen Tunnel in den RBS-Bahnhof ein. Dieser neue Tunnel zweigt aus dem bestehenden RBS-Schanzentunnel ab und verläuft weitgehend unter Strassen- und Bahnareal.

Darum braucht es den neuen RBS-Bahnhof Bern

  • Der heutige RBS-Bahnhof ist überlastet. Mit dem Ausbau des Fahrplans 2014 hat er seine Kapazitätsgrenze erreicht. Der RBS kann seither weder den Fahrplan weiter verdichten noch mit längeren Zügen fahren.
  • Die Perrons im heutigen RBS-Bahnhof sind zu kurz und zu schmal. Die Fahrgäste kommen sich in die Quere; Gedränge und Wartezeiten in den Spitzenzeiten sind die Folge. Dies kann zu einem Sicherheitsrisiko werden.
  • Prognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage im öffentlichen Verkehr bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen wird.
  • Das Strassennetz im Norden und Osten von Bern ist überlastet und stösst an seine Grenzen. Der Neubau des RBS-Bahnhofs Bern trägt dazu bei, die Verkehrsprobleme im Grossraum Bern zu lösen: Nicht nur auf der Schiene, sondern letztlich auch auf der Strasse.

So wird der neue RBS-Bahnhof Bern gebaut

Die Bauarbeiten für den neuen RBS-Bahnhof haben im Sommer 2017 begonnen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Bauschritten finden Sie unter «Aktuell».

Mehr Platz für Pendlerinnen und Pendler

Die SBB erstellt eine zusätzliche Personenunterführung – die «Unterführung Mitte» – mit zwei neuen Zugängen zum Bahnhof: dem Zugang Bubenberg beim Bubenbergzentrum und dem Zugang Länggasse. Pendlerinnen und Pendler erhalten so mehr Platz und profitieren von kürzeren Wegen.

Neue Unterführung Mitte

Mit der neuen Unterführung Mitte erreichen Reisende, die vom Länggassquartier oder vom Hirschengraben her kommen, den SBB- und den RBS-Bahnhof rasch und ohne Umwege. Die neue Unterführung sorgt ebenfalls für kurze Wege im ganzen Bahnhof und entlastet so die bestehende Unterführung, die «Welle» und den Bahnhofplatz. Zudem bereichern zahlreiche neue Läden das Angebot im Bahnhof.

Zugang Bubenberg

Mit dem neuen Zugang beim heutigen Bubenbergzentrum wird der Bahnhof Bern über einen zweiten vollwertigen Hauptzugang verfügen

Der Bahnhof Bern wird attraktiver

Die SBB macht den Bahnhof Bern mit verschiedenen Massnahmen attraktiver:

  • Perronerhöhungen: Um den Zugreisenden das Ein- und Aussteigen zu erleichtern, erhöhen die SBB die Perrons, wo immer die Kurvenlage des Bahnhofs und die bestehenden Bauten es zulassen.
  • Mehr Licht: Dank der Öffnung der südlichen Perronhallenwand gegen das Burgerspital hin gelangt mehr Tageslicht in den Bahnhof und schafft so eine angenehmere Atmosphäre für alle Reisenden.

Mehr Platz für Fussgängerinnen und Fussgänger beim Bubenbergplatz

Mit der Verschiebung des RBS-Bahnhofs und den neuen Bahnhofzugängen werden nach der Erweiterung des Bahnhofs Bern weit mehr Menschen den Bubenbergplatz queren als heute. Damit verändern sich die Anforderungen an den Verkehrsraum grundlegend. Um die Sicherheit der Passantinnen und Passanten gewährleisten zu können, plant die Stadt Bern ein umfassendes Massnahmenpaket: mehr Platz für den Langsamverkehr, Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr und eine direkte Personenpassage zum Hirschengraben.

Das Projekt Zukunft Bahnhof Bern hat auch Auswirkungen auf das Bahnhofumfeld: Damit die wachsenden Passantenströme rasch und sicher zum Bahnhof gelangen können, muss die Stadt Bern den Bereich vor dem neuen Zugang Bubenberg anpassen. Dem Fussverkehr soll am Bubenbergplatz mehr Platz eingeräumt werden: Konkret sollen Fahrspuren abgebaut, Zirkulations- und Aufenthaltsflächen vergrössert und die Grünzeiten für Fussgängerinnen und Fussgänger verlängert werden. Damit gleichzeitig auch der ÖV weiterhin flüssig zirkulieren kann, muss der motorisierte Individualverkehr auf der Achse Inselplatz-Bollwerk um rund 60 Prozent reduziert werden. Die Stadt plant deshalb, das Verkehrsregime sowohl auf dem Bubenbergplatz als auch am Bollwerk/Henkerbrünnli anzupassen.

Neue Personenunterführung zum Hirschengraben

Allein mit verbesserten oberirdischen Querungsmöglichkeiten sind die zu erwartenden Passantenströme aber nicht zu bewältigen. Deshalb plant die Stadt Bern den Bau einer unterirdischen Personenpassage, welche den neuen Zugang Bubenberg mit dem Hirschengraben verbindet. Aufgrund des Baus dieser Passage muss das Bubenbergdenkmal in die Mitte des Hirschengrabenparks verschoben werden. Gleichzeitig wird die ganze Parkanlage neugestaltet und markant aufgewertet.

Abstimmung am 7. März 2021

Die Kosten für die Massnahmen der Stadt Bern, zu denen auch die behindertengerechte Anpassung der ÖV-Haltestellen sowie Verbesserungen für den Veloverkehr gehören, betragen rund 112 Millionen Franken. Die Stadt kann allerdings mit namhafter Unterstützung rechnen: Voraussichtlich werden gut 58 Millionen Franken in Form von Beiträgen von Bund und Kanton in die Stadtkasse zurückfliessen. Die Volksabstimmung in der Stadt Bern findet am 7. März 2021 statt.

 

Weitere Informationen:

  • Hier können Sie das Faktenblatt zu den Massnahmen der Stadt Bern herunterladen.
  • Hier finden Sie einen Überblicksartikel über die Massnahmen der Stadt Bern.
  • Das Erklärvideo gibt einen Überblick über die geplanten Bau- und Verkehrsmassnahmen der Stadt Bern.
  • Drei Fragen an Gemeinderätin Marieke Kruit, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün.
  • Drei Fragen an Regierungsrat Christoph Neuhaus, Bau- und Verkehrsdirektor des Kantons Bern.