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News 16. Januar 2020
Unter der Hilfsbrücke von Gleis 13 ist der Durchbruch in den Stollen. Dieser führt vom künftigen Zugang Länggasse in die neue Unterführung. Bild: David Schweizer

Meilenstein für «Zukunft Bahnhof Bern»: Durchbruch zur neuen Unterführung

Im Bahnhof Bern ist es aktuell laut, staubig und noch enger als sonst. Mit der Baustelle beim Perron Gleis 12/13 wird der Ausbau des Bahnhofs erstmals für alle sichtbar. Wo man bisher in Züge steigen konnte, klafft nun ein Loch im Boden. SBB-Oberbauleiter Kilian Schärer erklärt es im Interview.

Kilian Schärer ist als SBB-Oberbauleiter zuständig für Teilprojekte beim Ausbau der Publikumsanlagen von ZBB.

 

Kilian, ist der 14. Januar für dich ab sofort ein Feiertag?

Ja, absolut! An diesem Tag geschah schliesslich der grosse Durchbruch in die Perronhalle des Bahnhofs Bern. Wir haben die Wand zwischen dem Stollen des künftigen Zugangs Länggasse zu den Perrons durchgebrochen. Dort wird später die neue Unterführung durchgehen. Das heisst, wir schauen nun von der Höhe Gleis 12/13 runter in das Loch und sehen erstmals einen Teil der neuen Bahnhofsunterführung. Das ist schon ein bisschen Zukunftsmusik… Von hier aus wird nun in den nächsten Jahren Schritt für Schritt unter allen Perrons und Gleisen durchgebaut, gebuddelt, gespitzt und betoniert, bis die Unterführung unten am Bubenbergzentrum wieder ans Tageslicht kommt. Wir brauchen ungefähr ein Jahr pro Perron. Eröffnet wird die neue Unterführung 2027.

Bildlegende: Grafiken des neuen Berner Bahnhofes. Beim roten Kreis befindet sich die Baustelle auf Perron Gleis 12/13. Dort ist nun der Durchbruch vom bereits gebauten Schacht und Stollen des künftigen Zugangs Länggasse.
Grafiken des neuen Berner Bahnhofes. Beim roten Kreis befindet sich die Baustelle auf Perron Gleis 12/13. Dort ist nun der Durchbruch vom bereits gebauten Schacht und Stollen des künftigen Zugangs Länggasse.

Heisst das, die Züge fahren oben über die Gleise, während unten dran eine Unterführung ausgegraben wird?

Einfach gesagt, ja. Wir haben dafür jeweils wo erforderlich zuerst sogenannte Hilfsbrücken für die Reisenden auf den Perrons sowie für die Züge im Gleisbett eingebaut. Die Reisenden gehen und die Züge fahren darüber, während einen Stock tiefer die neue Unterführung gebaut wird. Bei den künftigen Arbeiten ist also jeweils entweder eines oder zwei Gleise ausser Betrieb. Bis Ende dieses Jahres betrifft es die Gleise 12 und 13. Das ist übrigens der Grund, warum wir die neuen Gleise 49/50 brauchen.

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Perronhilfsbrücke auf Gleis 13. Darunter wird die Unterführung gebaut.

Bild: David Schweizer

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Unter der Hilfsbrücke von Gleis 13 ist der Durchbruch in den Stollen. Dieser führt vom künftigen Zugang Länggasse in die neue Unterführung.

Bild: David Schweizer

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Blick vom nördlichen Teil der künftigen Unterführung Mitte auf den Durchbruch in die Perronhalle unter Gleis 13.

Bild: David Schweizer

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Hier beginnt der nördliche Teil der Unterführung Mitte, direkt unterhalb des Schachtes für den künftigen Zugang Länggasse – mit Blick auf den Durchbruch der Unterführung auf Höhe von Gleis 13.

Bild: David Schweizer

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Das bedeutet aber auch, dass der Baulärm und die engen Platzverhältnisse auf Gleis 12/13 noch andauern?

Genau. Zuhause kann man ja auch nicht renovieren, ohne dass die Mitbewohner das spüren. Bis der Bahnhof Bern in neuem Glanz erstrahlt und ausgebaut ist, gehören Lärm, Staub, Erschütterungen und Baustellenabschrankungen leider zum Alltag. Mit Lärmschutzmassnahmen und Bauwänden versuchen wir die Auswirkungen auf die Reisenden so gut wie möglich einzudämmen. Gewisse Bauarbeiten brauchen ausserdem tatsächlich Platz auf den Perrons, sodass die Kundinnen und Kunden teilweise nur noch die Hälfte des Perrons zur Verfügung haben. Reisende sind deshalb gebeten, sich beim Warten so gut wie möglich auf die ganze Länge des Perrons zu verteilen und den ganzen Platz innerhalb der weissen Sicherheitslinien zu nutzen. So kann sich die Platzsituation entspannen. Je besser die Reisenden auf die verschiedenen Wagen der Züge aufgeteilt sind beim Ein- und Aussteigen, desto pünktlicher können diese ausserdem abfahren.

Auf welche weiteren Meilensteine im Jahr 2020 dürfen wir uns bei «Zukunft Bahnhof Bern» noch freuen?

Ein weiteres Ziel ist die termingerechte Inbetriebnahme des neuen Perron Gleis 12/13 im nächsten November. Die Reisenden werden merken, dass das Perron erhöht ist und somit ein barrierefreies Ein -und Aussteigen ermöglicht. Dazu machen wir auch Anpassungen an den Treppen, Rampen und Liften. Damit das Perron wieder komplett in Betrieb genommen werden kann, müssen auch die Arbeiten an der Unterführung, die darunter gebaut wird, im Perronperimeter abgeschlossen sein. Das ist ebenfalls ein Meilenstein.

Nach Inbetriebnahme des neu erstellten Perrons Gleis 12/13 erfolgen dann die ersten Vorbereitungsarbeiten auf dem Perron Gleis 9/10. Diese laufen fast analog zu den aktuellen Arbeiten auf Perron Gleis 12/13 ab und sollten ebenfalls nach ungefähr einem Jahr Bauzeit abgeschlossen werden. Zuerst freue ich mich aber noch auf den 12. September 2020, wenn wir am «Tag der offenen Baustelle» der breiten Öffentlichkeit unsere Arbeit präsentieren können.

 

Von Montag, 11. November 2019, bis 2. November 2020 sind die Gleise 12 und 13 abwechslungsweise temporär gesperrt. Daher wechseln die Halteorte der Züge, die auf diesen beiden Gleisen abfahren. Die Änderung findet nur zwischen den Gleisen 12 und 13 statt, weshalb es Gleisänderungen auf das jeweils gegenüberliegende Gleis auf demgleichen Perron gibt. Grund für die Sperrungen ist der Bau der neuen Unterführung im Bahnhof Bern sowie die Erhöh-ung des Perrons Gleis 12/13, um den Zugreisenden das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Der Onlinefahrplan wird stets aktuell gehalten.

7 Kommentare

  1. .

    Wird es bald wieder eine Möglichkeit geben die Baustelle zu besichtigen?

    1. .

      Ja, am 12. September 2020. Vielleicht bis zu Ende lesen…

  2. Riva Thorwall

    Das Gleis wurde nur verschoben weil neu die BLS die rentable Stecke nach Biel bedient.

  3. Werner Hirzel

    Ein sehr interessanter Bericht! Freue mich auf den 20.Sept.!
    Als regelmässiger Kunde der Geleise 12 und 13 habe ich mich aber sehr gewundert, dass auch auf der Ostseite (Seite Reitschule) sehr intensiv gebaut und eine Unterlage (Decke oder Hilfsbrücke?) eingebaut wird. Kann mir nur vorstellen, dass diese Arbeiten wegen des neuen RBS-Bahnhofes und nicht wegen der Westunterführung notwendig sind.

    1. Werner Hirzel

      Entschuldigung für meine Schludrigkeit: natürlich 12. September 2020 (nicht 20. September)

    2. Stefan Häberli

      Korrekt, dabei handelt es sich um den Installationsplatz Eilgut des RBS. Hier finden in Zusammenhang mit dem Bau des neuen Zugangstunnels für den neuen RBS-Bahnhof Bauarbeiten (sogenanntes Deckelbauverfahren) statt. In diesem Rahmen werden dort unterirdische, bahntechnische Räume, Dienstparkplätze sowie ein Notausstieg erstellt.

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