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Stories 1. März 2021

«Mit dem Umbau wird der Bahnhof Bern einfacher zugänglich»

Warum muss die Stadt Bern den Verkehr im Bahnhofumfeld neu organisieren? Drei Fragen an Gemeinderätin Marieke Kruit, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün.

Marieke Kruit, der Bahnhof Bern wird ausgebaut – warum braucht es vor dem Bahnhof auch noch Verkehrsmassnahmen?

Der umgebaute Bahnhof Bern wird für die Menschen attraktiver und einfacher zugänglich. Ganz wichtig ist der neue Zugang beim Bubenbergplatz. Er führt dazu, dass nach Abschluss der Bauarbeiten rund doppelt so viele Personen über den Bubenbergplatz strömen werden wie heute. Wenn man sich einmal vor Augen führt, wie viele Menschen hier schon heute während der Stosszeiten von der «Welle» in Richtung Stadt strömen, kann man gut nachvollziehen, weshalb es Massnahmen braucht. Die Stadt Bern muss hier sicherstellen, dass deutlich mehr Menschen die Strassen sicher und rasch überqueren und auf den öffentlichen Verkehr umsteigen können. Wir können die Kapazität für die Fussgängerinnen und Fussgänger aber nur erhöhen, wenn wir den Verkehr neu organisieren.

Und warum ist zusätzlich auch noch eine neue Unterführung nötig?

Weil die Massnahmen auf der Strasse – also mehr Fläche für Fussgängerinnen und Fussgänger, breitere Zebrastreifen, längere Grünzeiten an den Ampeln, verändertes Verkehrsregime – allein nicht ausreichen. Es braucht zusätzlich unter der Strasse eine Personenpassage, die vom neuen Zugang Bubenberg direkt in den Hirschengraben führt. Der Bau dieser neuen Verbindung hat zur Folge, dass das Adrian von Bubenberg-Denkmal verschoben und der Hirschengraben insgesamt neugestaltet werden muss.

Kann sich die Stadt Bern das Projekt überhaupt leisten?

Die Gesamtkosten für den Umbau und die Modernisierung des Bahnhofs betragen rund eine Milliarde Franken. Für die Verkehrsmassnahmen muss die Stadt Bern rund 112 Millionen Franken investieren – gut 58 Millionen Franken werden aber in Form von Beiträgen von Bund und Kanton in die Stadtkasse zurückfliessen. Unter dem Strich trägt die Stadt also rund 6% der Gesamtkosten – und dies für ein Generationenprojekt, von dem die Bernerinnen und Berner enorm profitieren können. Es ist logisch und richtig, dass auch die Stadt Bern ihren Beitrag leistet und den Verkehr rund um den Bahnhof gut organisiert und den heutigen Mobilitätsbedürfnissen Rechnung trägt. Und wie bei jedem Generationenprojekt braucht es auch beim Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» Kompromisse – und vor allem den Blick fürs grosse Ganze.

Weitere Informationen

Informationen zu den Bau- und Verkehrsmassnahmen sind hier ersichtlich.


Aus der Bauzeitschrift «UNTERBERN» des RBS.

2 Kommentare

  1. Bruno Gehrig

    Wie werden künftig die alten Zufahrten des RBS Tunnels und des RBS Bahnhofs genutzt?

    1. Stefan Häberli

      Der Abschnitt des alten Tunnels, welcher in den heutigen Bahnhof führt, wird später verschlossen und die Bahnanlagen und Gleise werden ausgebaut. Der Tunnel wird weiter gewartet und Instand gehalten – in welcher Form der Tunnelabschnitt später noch genutzt wird, ist noch offen. Anders ist dies beim heute bestehenden RBS-Bahnhof. Dieser wird an die Eigentümerin SBB zurückgegeben und nach der Eröffnung des neuen Bahnhofs nach heutigem Stand zur Ver- und Entsorgungslogistik des gesamten Bahnhofs Bern genutzt.

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