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Stories 1. Oktober 2018

Plattform Laupenstrasse: Die mehrstöckige Baustelle

Der Installationsplatz Laupenstrasse westlich des Bahnhofs Bern stellt auf Grund der engen Platzverhältnisse für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung dar. Um dennoch genügend Platz für die Baustellenlogistik zu schaffen, entsteht über dem Bereich eine beeindruckende Stahlplattform.

Westlich von Bern unmittelbar bei der Welle im Gleisfeld der SBB wird zurzeit rege gebaut. Hier entsteht in naher Zukunft ein Schacht, von wo aus zwei unterirdische Hallen gegraben werden. Diese beiden sogenannten Kavernen werden einst unterhalb der SBB-Gleise 2 bis 7 den neuen RBS-Bahnhof bilden. Eine solche gigantische Baustelle im pulsierenden Herzen der Stadt Bern ist sowohl für Planer, Bauunternehmen wie auch für den Bauherrn keine leichte Aufgabe. So kann beispielsweise der Zugbetrieb im und rund um den Bahnhof infolge der Baustelle nicht einfach stillgelegt werden, da dies massive Einschränkungen auf dem gesamten Netz des öffentlichen Verkehrs zur Folge hätte.

Dennoch sind die Bauarbeiten an einen engen Zeitplan gebunden und müssen fristgerecht abgeschlossen werden. Die grösste Herausforderung sind die engen Platzverhältnisse. Bei jeder Baustelle sind Zufahrtswege für Transporte sowie Logistikflächen notwendig. Unmittelbar neben dem Baubereich befinden sich aber mehrere Gebäude und dahinter mit der Laupenstrasse eine der meistbefahrensten Verkehrsachsen der Stadt Bern. Wie kann unter diesen engen Platzverhältnissen eine Baustelle eingerichtet und betrieben werden, ohne dass eine Strasse oder Gleise für eine lange Zeit gesperrt oder gar Gebäude abgerissen werden müssen? Die Lösung: Eine Plattform über dem Baustellenbereich.

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Für die Baustellenlogistik entsteht beim Installationsplatz Laupenstrasse eine Plattform. (Bild: Installationsplatz Laupenstrasse, Gleisbereich)

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Diese wird sowohl den Gleis- wie auch den Strassenbereich überragen. (Bild: Installationsplatz Laupenstrasse, Gleisbereich)

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Im September 2018 haben die Montagearbeiten für die gleisseitige Plattform begonnen. (Bild: Installationsplatz Laupenstrasse, Gleisbereich)

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Strassenseitig beginnen die Montagearbeiten Anfang Oktober 2018. Insgesamt dauern die Bauarbeiten für die Plattform bis im Frühjahr 2019. (Bild: Installationsplatz Laupenstrasse, Gleisbereich)

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Höher als die Fahrleitungen

Diese Stahlkonstruktion wird durchschnittlich 10 Meter hoch und somit im Gleisbereich die Fahrleitungen überragen. Erschlossen wird die Plattform mittels einer Rampe von der Laupenstrasse. Auf der Plattform werden Anlagen zur Baustellenlogistik wie beispielsweise Container und ein Kran aufgestellt. Das spätere Aushubmaterial des Kavernenbaus wird durch ein Förderband direkt vom Schacht über die Plattform zu einer Verladestation geführt. Diese liegt unterhalb der Plattform auf der Seite der Laupenstrasse.

Um Lärm und Staub vorzubeugen, liegt die Verladestation hinter geschlossenen Türen in einer «Garage». Der Lastwagen fährt in diese «Garage», nimmt das Ausbruchmaterial auf und verlässt die Station voll beladen in Richtung Autobahnanschluss Forsthaus. Dank der Plattform werden während der gesamten Bauzeit der Zugfahrplan sowie der Strassenverkehr somit nicht oder zumindest nur geringfügig tangiert. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Plattform wieder zurückgebaut.

(Schematische Darstellung)

Der Bau einer Baustelle

Zuerst muss die ganze Konstruktion aber gebaut werden. Die Bauarbeiten dazu haben bereits begonnen. Dazu wurden Werkleitungsarbeiten durchgeführt und Fundamente erstellt. Sobald sämtliche Fundamente fertig sind, kann mit der Montage der eigentlichen Stahlkonstruktion begonnen werden. Laufen die Bauarbeiten nach Plan, wird die Logistikplattform bis im Frühjahr 2019 fertiggestellt. Dann ist sozusagen der «Bau der Baustelle» abgeschlossen und die Aushubarbeiten für den neuen unterirdischen RBS-Bahnhof können aufgenommen werden.

 

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