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Stories 26. März 2019

«Bis zur Eröffnung stehen noch viele Meilensteine an»

Mario Sterchi ist seit Sommer 2017 als Projekt- und Oberbauleiter des RBS für die Erstellung der Baugrube Hirschenpark zuständig. Im Interview erzählt er über seinen Arbeitsalltag als Projektleiter und die Herausforderungen dieser hochkomplexen Baustelle in Mitten eines Wohnquartiers.

Herr Sterchi, seit über einem Jahr sind Sie als Oberbau- bzw. Projektleiter beim Installationsplatz Hirschenpark für die Erstellung der dortigen Baugrube zuständig. Wie darf man sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen?

Im Gegensatz zur örtlichen Bauleitung und dem Baustellenpersonal findet mein Arbeitsalltag nicht permanent auf der Baustelle statt. Als Vertreter der Bauherrschaft bin ich in einer koordinativen, überwachenden und vermittelnden Rolle mehrheitlich übergeordnet tätig. Da gilt es z.B. die Koordination mit den anderen Bauarbeiten, mit Projektpartnern und den Behörden sicherzustellen, die Einhaltung von Vorgaben, Vereinbarungen und die Erreichung der Projektziele zu überwachen sowie in Anliegen der Baustellennachbarn zu vermitteln.

Eine grosse Grube graben klingt eigentlich sehr simpel. Welches sind dabei die grössten Herausforderungen?

Aus technischer Sicht liegt die Herausforderung darin, eine für die ganze Bauzeit sichere Baugrube auf engsten Verhältnissen in mitten einer Stadt zu erstellen. Dazu verfügen wir heute zum Glück über gute Bau- und Überwachungsmethoden. Eine sicherheitstechnische Herausforderung wird die Freilegung und der spätere Abbruch des bestehenden RBS-Schanzentunnels im Bereich der Baugrube sein. Mit bis zu 60’000 Fahrgästen pro Tag und einem teilweise 1 ½-Minuten- Takt von durchfahrenden Zügen ist der Tunnel stark frequentiert. Da versteht es sich von selbst, dass die Sicherheit oberste Priorität haben muss.

Der Installationsplatz Hirschenpark des RBS.

Die Baustelle befindet sich unmittelbar neben einem Wohnquartier. Wie kann eine solche Grossbaustelle betrieben werden, ohne das Leben der dortigen Anwohnenden zu stark einzuschränken?

Dies ist eine weitere grosse Herausforderung. Durch möglichst konsequente Umsetzung von Richtlinien und Vorgaben lassen sich Emissionen auf Baustellen minimieren, jedoch nie komplett verhindern. Durch gezielte Information und konstruktiven Dialog mit den Betroffenen kann in der Regel Akzeptanz und gegenseitiges Verständnis aufgebaut werden. Eine Anwohnerin hat mir gegenüber anlässlich einer Besprechung erwähnt, dass die Baustelle im Hirschenpark für ihren Sohn vom Kindergarten bis zur Vollendung der Volksschule ein Teil seines Schulweges sein wird. Wir alle wissen, dass die Schulzeit ein beträchtlicher und prägender Lebensabschnitt ist. Entsprechend muss es uns sinnbildlich gelingen, die Baustelle so zu organisieren, dass ihr Sohn sie als Teil seines Alltages akzeptiert und hoffentlich mit Begeisterung am Mittagstisch von den spannenden Beobachtungen und Veränderungen auf der Baustelle erzählt.

Beim RBS sind Sie in der Rolle als Oberbauleiter tätig, privat aber selber auch Anwohner im Raum Bern. Wie würden Sie reagieren, wenn vor Ihrer Haustür für die nächsten 10 Jahre eine Grossbaustelle betrieben wird?

Für wichtig erachte ich, dass man aktiv wird, bevor die Maschinen auffahren. Wie das viele übrigens auch beim vorliegenden Projekt gemacht haben, würde ich im Rahmen des Projektauflageverfahrens prüfen, ob meine Rechte durch das Projekt übermässig strapaziert oder eingeschränkt werden und im Falle eines negativen Resultates meine Anliegen entsprechend einbringen. Während des Baubetriebs empfehle ich, sich über die angebotenen Gefässe gut zu informieren und sich bewusst zu sein, dass Ausbauten und Instandhaltungen von Infrastrukturanlagen für einen funktionierenden, sicheren und komfortablen Alltag von grosser Bedeutung sind.

Bis zur Eröffnung des neuen RBS-Bahnhofs dauert es noch. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Auf dem Weg bis zur Eröffnung stehen noch viele Meilensteine an, bei welchen wir uns hoffentlich gemeinsam über das Erreichte freuen können. Mich hierbei festzulegen, welcher der grösste sein wird, fällt mir aufgrund der Grösse und Vielschichtigkeit des Projekts schwer – aber auf die Eröffnung des komfortablen, leistungsfähigen und neu gestalteten Bahnhofs Bern freue ich mich persönlich und für alle Bahnfahrenden ausserordentlich.

(Interview: RBS)

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